Autismus-Spektrum

Klassifikation

Die Erscheinungsformen des Autismus-Spektrums gehören nach den aktuellen Diagnosekriterien der Weltgesundheitsorganisation (ICD 10) zu den „tiefgreifenden Entwicklungsstörungen“ und werden unter F84 als medizinissche Diagnosen definiert.

Aktuell wird teilwiese noch nach diesen Formen unterschieden:

  • Frühkindlicher Autismus
  • Atypischer Autismus
  • Asperger-Syndrom

Eindeutige diagnostische Zuordnungen zu diesen Formen sind jedoch nicht immer möglich. Die Übergänge sind fließend. Man geht dieshalb inzwischen von einem Autismus-Spektrum aus und bezeichnet sämtliche autistische Erscheinigungsformen als Autismus-Spektrum-Störungen. Diese Bezeichnung basiert auf der Auffassung, dass sich die einzelnen Formen nicht qualitativ unterscheiden, sondern lediglich im Grad ihrer Ausprägung.

In der ab 2022 gültigen internationalen Klassifikation der Krankheiten !CD-11 werden nur noch Autismus-Spektrum-Störungen diagnostiziert, in Verbindung mit der Beschreibung der jeweiligen Ausprägungen.

In den Leitlinien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.) sind die Informationen zur Diagnostik zusammengestellt, werden jedoch derzeitig noch überarbeitet.  Grundlage bilden die Diagnosekriterien ICD-10 (F84) – s. Website gesund.de (ein Service des Bundesministeriums für Gesundheit).

Symptome

Die Verarbeitungsprozesse im Gehirn verlaufen neur0logiscsh bedingt anders. Diese andere Informationsverarbietung hat Auswirkungen auf sämtliche Lebensbereiche.

Symptome zeigen sich u.a. in unterschiedlichem Ausmaß und in Abhängigkeit vieler Faktoren in folgenden Bereichen:

  • eine andere Wahrnehmungsverarbeitung (u.a. eine hohe Sensibilität, Probleme mit dem Filtern von Reizen und der Gefahr von Reizüberflutuungen bis hin zur Handlungsunfähigkeit)   mehr
  • Probleme mit der wechselseitigen Kommunikation und in Bezug auf das Sozialverhalten   mehr
  • eine andere Art der Aufmerksamkeitssteuerung   mehr
  • besondere Interessen   mehr
  • teilweise Probleme im motoroischen Bereich   mehr
  • Festhalten an vertrauten Handlungsplänen, Routinen und Ritualen   mehr
  • teilweise sich wiederholende Verhaltensweisen
  • Probleme mit unvorhergesehenden Veränderungen

Viele Fähigkeiten, individuell unterschiedlich, sofern die jeweils individuellen Entwicklungs-, Lern-, Arbeits- und Lebensbedingungen einschließlich der jeweiligen Kontaktpersonen auf diese spezifische Art der Informationsverarbeitung eingestellt sind.

Stimulationen, Verweigerung, impulsives und aggressives Verhalten,
Rückzug und Rituale sind oft Überlebensstrategien bei Überforderun
gen.

Manchen autistischen Menschen gelingt es, sich mit einem hohen Energieaufwand über einen gewissen Zeitraum an die Erwartungen ihres Umfelds anzupassen. Länger anhaltende Erschöpfungszustände bis hin zur völligen Handlungsunfähigkeit (manchmal über mehrere Tage anhaltend) können die Folge sein.  

Bei allen autistischen Erscheinungsformen können Überforderungssituationen, von anderen teilweise nicht bemerkt, zu schweren, auch länger anhaltenden Krisen führen: U.a. mit Angst-­‐ und Panikzuständen, völliger Handlungsunfähigkeit, Rückzug von sämtlichen persönlichen Kontakten, Depressionen, Persönlichkeitsstörungen, Burnout oder aber Aggressionen gegen sich selbst oder gegen andere.

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