Ursachen

Trotz intensiver internationaler Forschungsbemühungen ist vieles in Bezug auf die Entstehung autistischer Erscheinungsformen noch ungeklärt.

Hier einige Forschungsergebnisse und Erklärungsmodelle:
 

  • Genetische Faktoren
    Man geht heute davon aus, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen. Ausgehend von Zwillings- und Familienstudien vermutet man ein komplexes Zusammenspiel von mehreren Genen.

  • Andere Hirnfunktionen
    Bildgebende Verfahren zeigen strukturelle Besonderheiten in manchen Gehirnregionen sowie ein anderes Zusammenspiel verschiedener Gehirnteile.

  • Spiegelneuronen
    Man geht davon aus, dass das Nachahmungsverhalten sowie das Einfühlungsvermögen in andere Personen, also das Verstehen ihrer Handlungen und Gefühle, nicht ausschließlich über den Verstand gelernt wird, sondern auch über Intuition. Dabei spielen bestimmte Nervenzellen, die Spiegelneuronen, eine Rolle. Diese werden nicht nur aktiviert, wenn wir selbst handeln, sondern auch, wenn eine Handlung oder ein Gefühl beobachtet wird. Dadurch lernen Kinder intuitiv durch Beobachtung. Anteile über den Verstand kommen dann hinzu.

    In einigen Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass die Verbindungen zwischen den für die Intuition verantwortlichen Spiegelneuronen bei autistischen Menschen weniger ausgebildet sind. Dadurch werden die Schwierigkeiten erklärt bei der Nachahmung und beim Einfühlungsvermögen in andere Menschen. Ob diese weniger ausgebildeten Spiegelsysteme als Ursache oder als Folge der Probleme bei dem intuitiven Erfassen von Handlungen, Gefühlen und Situationen anzusehen sind, wird unterschiedlich diskutiert.

  • Biochemische Besonderheiten
    In verschiedenen Untersuchungen werden diesbezüglich Besonderheiten festgestellt (zum Beispiel Störungen des Stoffwechsels, Erhöhung des Spiegels von Dopamin und anderen Neurotransmittern). Die Ergebnisse sind jedoch teilweise uneinheitlich.

  • Testosteronspiegel während der Schwangerschaft
    Simon Baron-Cohen, ein britischer Autismusforscher, sieht als Ursache für die anderen Gehirnfunktionen einen stark erhöhten Testosteronspiegel während der Schwangerschaft. Nach seiner Auffassung entwickelt sich dadurch die Funktionsweise des Gehirns extrem "männlich" mit dafür charakteristischen Merkmalen: Wenig Einfühlungsvermögen und Kompetenzen im Sozialbereich, dafür große Fähigkeiten im Bereich des Systematisierens und ausgeprägte Spezialinteressen.

  • Verhalten der Eltern
    Für die Entstehung autistischer Verhaltensweisen ist das Verhalten der Eltern nicht die Ursache. Weder das Erziehungsverhalten noch die Art der emotionalen Zuwendung. Lange Zeit hat man behauptet, es wären die emotional sehr kühlen Eltern, vor allem die Mütter ("Kühlschrankmütter") schuld, was inzwischen widerlegt ist.

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